Ein Jahr Homeoffice bei onOffice

Vor gut einem Jahr, Ende März 2020, habe ich unsere erste Homeoffice-Woche Revue passieren lassen. Zu dem Zeitpunkt war es noch völlig neu für uns, dass unsere ganze Firma auf einmal von zu Hause aus weiter arbeiten musste. Von der IT-Struktur (Laptops / VPN / unser webbasiertes CRM zur Arbeitsorganisation) her waren wir gut auf den Umstieg vorbereitet. Viele andere Dinge, die sich damals neu und ungewohnt anfühlten, sind mittlerweile zur Routine geworden. Ein guter Zeitpunkt, um nochmals zurück- und vorauszuschauen.

Remote-First

Im Jahr 2019 hatten wir zum ersten Mal ein Experiment mit einem Remote-Entwickler gewagt – rund lief es damals allerdings noch nicht. Rückblickend sehe ich das größte Problem darin, dass wir in der Entwicklungsabteilung alle Arbeitsabläufe auf eine Anwesenheit vor Ort ausgelegt hatten. Schulungen fanden im Schulungsraum statt, unser wöchentliches Standup-Meeting am Board im Flur und so weiter. Der Remote-Entwickler war daher bei vielen Dingen ausgeschlossen. Versuche, die Vor-Ort-Termine per Video zu übertragen, brachten auch nicht viel, da der eine Online-Teilnehmer trotzdem eine Sonderrolle hatte.

Dies hat sich aber stark geändert. Auch wenn im Sommer die Büros wieder teilweise besetzt waren, sind wir beim Remote-First-Ansatz geblieben und wollen davon in Zukunft auch nicht mehr abweichen. Alle Team-Besprechungen und -Schulungen finden per Google-Meet statt. Ausnahmen machen wir nur, wenn sich in kleineren Terminen alle Teilnehmer direkt treffen wollen und alle vor Ort sind.

Team-Abstimmungen

Eine Erkenntnis der ersten Wochen war, dass Standup-Meetings an Wert gewonnen haben. Dinge, die vorher im Büro nebenbei besprochen wurden, werden seitdem in den Standups kommuniziert. Teams, die vorher ganz auf Standup-Meetings verzichteten, haben sie sehr schnell eingeführt, zum Teil sogar mit zwei festen Slots pro Tag. Gerade in kleinen Teams, bei denen bisher alle Teammitglieder in einem Büro saßen, entstanden schnell feste neue Abstimmungen, zum Teil auch mehrfach an einem Tag.

Unterschiedliche Job-Rollen

Nicht unterschätzen darf man, wie unterschiedlich einzelne Job-Rollen sind und wie groß der Unterschied zwischen Büro-Arbeit und Remote-Arbeit in manchen Fällen ist. Feste Entwicklerteams haben durch Standup-Meetings und nötige Abstimmungen im Team regelmäßig Kontakt zum Rest des Teams. Entwickler sind generell durch unser Feedback-System und die daraus resultierenden Abstimmungen mit Architekten oder Reviewern auch außerhalb des eigenen Teams mit anderen Mitarbeitern in Kontakt. Team- oder Abteilungsleiter, also Positionen die generell einen hohen kommunikativen Anteil haben, sind ebenfalls permanent mit anderen Mitarbeitern in Kontakt – per Telefon oder Videomeeting.

Sehr bewusst mitnehmen muss man die Mitarbeiter, die einen abgegrenzten, eigenen Arbeitsbereich und dadurch sehr wenig Abstimmungsbedarf mit Kollegen haben. In der normalen Büroarbeit ist eine solche Rolle schon nicht optimal, da einen die fachliche Kooperation immer voranbringt. In der Remote-Arbeit wird der Effekt größer, da einzelne Mitarbeiter plötzlich gar keinen Kontakt mehr zu Kollegen haben.

Fazit oder auch: Wie geht es weiter?

Die Remote-Arbeit wird uns bei onOffice erhalten bleiben. Wir rüsten gerade unser Firmengebäude komplett auf Shared-Arbeitsplätze um und suchen mittlerweile auch deutschlandweit nach Verstärkung für unsere IT-Teams. Natürlich freuen auch wir uns alle, wenn wir uns mal wieder im Büro sehen können.

Genauso haben wir aber gezeigt, dass es sehr gut möglich ist, auch räumlich verteilt produktiv und effizient an einem großen Softwareprojekt wie unserer CRM-Software zu arbeiten. Die Vorteile der Shared-Arbeitsplätze wollen wir in Zukunft nutzen. Saßen bisher die IT-Bereiche (Entwicklung / QA / Produktmanagement) getrennt voneinander, können sich in Zukunft Projektteams auch flexibel über einen Zeitraum zusammenfinden.

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